Ausblick und Ziele
Konjunktur
Nach dem Einbruch im Jahr 2009 hat sich der Maschinenbau im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 deutlich erholt. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) spricht angesichts dieser Erholung von einem mustergültigen V-Verlauf bei der Konjunkturentwicklung. Treiber dieser Erholung war das Exportgeschäft, insbesondere getragen von der ungebrochenen Konjunktur in China und anderen Schwellenländern. Damit wurde die bisherige weltwirtschaftliche Erholung diesmal nicht durch Wachstumsimpulse aus Nordamerika unterstützt. Hier – wie auch in anderen traditionellen Absatzregionen des Maschinenbaus – hat sich nur eine moderate Erholung ergeben.
Die Welthandelsströme haben sich folglich verschoben. Damit verstärkte sich für die deutsche Wirtschaft die Notwendigkeit einer weiteren Internationalisierung, um den Anforderungen in den aufstrebenden Märkten gerecht werden zu können. Die Bundesregierung erwartet eine Fortsetzung des Aufschwungs mit gedrosseltem Tempo und rechnet für das Jahr 2011 mit einem realen BIP-Wachstum von 2,3 Prozent. Damit wächst die deutsche Wirtschaft spürbar stärker als der Durchschnitt der Eurozone. Für 2012 geht die Regierung von 1,8 Prozent Wachstum aus.
Nach einer Prognose der EU-Kommission, die bereits am 30. November 2010 veröffentlicht wurde, wird das Wachstum in der Europäischen Union in 2010 höher ausfallen als bis dahin erwartet. Für die 27 EU-Staaten rechnet die EU-Kommission in 2011 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. In 2012 werden sogar 2,0 Prozent erwartet. Gemäß der Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) steigt im laufenden Jahr das BIP weltweit um 4,4 Prozent. Für 2012 wird eine Wachstumsrate von 4,5 Prozent erwartet. Unter den Industriestaaten steht Deutschland mit am besten da. Insgesamt lassen die Schwellenländer die reichen Nationen in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung weiter hinter sich. Als wichtigste Voraussetzung einer anhaltend starken Konjunkturerholung bezeichnet der IWF jedoch umfassende und schnelle Aktionen zur Überwindung der Probleme im Euroraum in Bezug auf Staatsschulden und dessen Ungleichgewichte sowie die Reparatur und Reform der Finanzsysteme der Industrieländer allgemein. Dies müsse begleitet werden von Maßnahmen, die einer Überhitzung der Volkswirtschaften großer Schwellenländer entgegenwirken und einen Ausgleich ihrer Leistungsbilanzen begünstigen.
Wie diese Wachstumsprognosen zeigen, scheint sich die weltwirtschaftliche Erholung in 2011 fortzusetzen. In fast allen wichtigen Volkswirtschaften rechnen wir mit einem nahezu unveränderten Wachstumstempo. Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung auch der amerikanischen Wirtschaft weckt die gegen Jahresende beschlossene Verlängerung von Steuererleichterungen, die zusätzliche Anreize zur wirtschaftlichen Erholung und Reduzierung der Arbeitslosigkeit schaffen können. China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, bleibt auf Expansionskurs. Dennoch bleibt festzuhalten, dass – obwohl die wirtschaftliche Erholung stärker ausfiel als noch zu Beginn des Jahres 2010 prognostiziert – die krisenhafte Entwicklung der Haushaltslage einiger EU-Länder gezeigt hat, dass auch weiterhin die Möglichkeit von Rückschlägen besteht.
Ausblick auf die Geschäftsentwicklung
Der Bedarf an Nahrungsmitteln und Energie nimmt mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und steigenden Lebensstandards insbesondere in den Schwellenländern weiter überproportional zu. Mit unseren verfahrenstechnischen Prozessen und Maschinen sind wir für die sich hier bietenden Marktchancen bestens gerüstet.
Für das laufende Geschäftsjahr 2011 gehen unsere Planungen von folgenden Annahmen aus:
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einem weiteren Anstieg in der Investitionstätigkeit der Nahrungsmittelindustrie, basierend auf einem ungebrochenen Wachstum der Nachfrage nach veredelten Nahrungsmitteln,
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einer Belebung im Bereich der Energieerzeugung, insbesondere im Öl- und Gasgeschäft aufgrund der weltwirtschaftlichen Erholung sowie der Annahme von mittelfristig weiter steigenden Energiepreisen,
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einem wachsenden Interesse an energieeffizienten Prozessen, das die Nachfrage nach Ingenieurlösungen und Produkten der GEA fördert,
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einem Anstieg der Preise bei wesentlichen Rohstoffen und Materialien sowie
- einem niedrigen Zinsniveau zur Stabilisierung der hochverschuldeten Volkswirtschaften in der EURO-Zone auf der einen Seite und zur Förderung der konjunkturellen Entwicklung in Nordamerika auf der anderen Seite.
In Folge der oben beschriebenen Entwicklungen sollte sich die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der GEA Group gegenüber 2010 weiterhin beleben. Wir gehen daher davon aus, Auftragseingang und Umsatz in 2011 um mindestens 5 Prozent steigern zu können. Hinzu kommt noch das Volumen aus den Akquisitionen CFS, Bock und Mashimpeks, das im theoretischen Gesamtjahr knapp 500 Mio. EUR betragen würde. Je nach Erstkonsolidierungszeitpunkt werden diese Gesellschaften in 2011 mit etwa 6 bis 9 Monaten zu den Absatzzahlen des GEA Konzerns beitragen können.
Das organische Wachstum unseres Geschäftsvolumens in 2011 soll von allen Segmenten getragen werden. Die Absatzverteilung nach Endmärkten und Kundenindustrien wird sich voraussichtlich nicht stark verändern. Regional wird der Anteil von Westeuropa zurückgehen, während das Asiengeschäft weiter an Bedeutung zunehmen wird. Leicht überproportional sollten auch Osteuropa, der Nahe Osten sowie Lateinamerika zulegen. Hinsichtlich des Ergebnisses erwarten wir in der EBIT-Marge einen Anstieg auf rund 9 Prozent. Neue Einmalaufwendungen in nennenswerter Höhe werden für 2011 nicht mehr erwartet. Das gilt auch für die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche.
Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 2012 gegenüber 2011 weiter zulegen. In 2012, wenn alle Restrukturierungsmaßnahmen ihre volle Wirkung entfalten werden, erwarten wir weitere Steigerungen sowohl für das Ergebnis als auch die entsprechende EBIT-Marge. Diese positive Entwicklung wird voraussichtlich durch alle Segmente getragen. Sofern sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter stabilisieren, erwarten wir für unsere Hauptabsatzmärkte auch in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten im Vergleich zur Entwicklung des weltweiten Bruttosozialprodukts. Auf dieser Basis gehen wir weiterhin davon aus, dass die GEA aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Komplexitätsreduzierung über die Konjunkturzyklen hinweg eine nachhaltige EBIT-Marge von 12 Prozent erreichen kann. Nach Zustimmung der Kartellbehörden wird die CFS Gruppe in den Konsolidierungskreis der GEA integriert. Auftragseingang, Umsatz und Ergebnisbeiträge des neuen Segments sind ab diesem Zeitpunkt im Konzernabschluss zu erfassen.
Die Strategie, Unternehmen zu erwerben, die für die GEA neue Märkte erschließen oder in bekannten Märkten die Angebotspalette der GEA gezielt ergänzen, ist unverändert gültig. Damit wollen wir unseren Kunden ein immer breiteres Spektrum an Prozessen aus einer Hand anbieten. Zum 31. Dezember 2010 betrug die Nettoliquidität des Konzerns 105 Mio. EUR. Die nicht genutzten Barkreditlinien belaufen sich auf 1.122 Mio. EUR. Aus den verbliebenen Rückstellungen für die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche rechnen wir in 2011 mit Finanzmittelabflüssen in Höhe von 110 Mio. EUR. Insgesamt gehen wir davon aus, neben den noch zu erwartenden Auszahlungen aus den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen und für die laufende Reorganisation auch wesentliche Investitionen in die Zukunft des Unternehmens aus dem operativen Geschäft und aus zur Verfügung stehenden Kreditlinien finanzieren zu können.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, für 2010 eine Dividende von 0,40 EUR je Aktie zu zahlen. Das nachhaltige Ziel, ein Drittel des Konzernergebnisses als Dividende auszuschütten, bleibt unverändert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr liegt die Ausschüttung sogar deutlich darüber.
Bochum, 1. März 2011
Jürg Oleas Dr. Helmut Schmale Niels Graugaard
Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands
